Flutessence

Blockflöte in Karlsruhe und Süd Deutschland 

Neben der Dordrecht Blockflöte (Niederlande), der Göttingen Blockflöte und der Tartu Blockflöte (Estland) steht seit einigen Jahren jetzt die Esslingen Blockflöte. Dieses Fragment, gefunden in einer Mühle von einem Kloster in Esslingen bei Stuttgart, liegt im Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Stuttgart) und verbindet auch Süd Deutschland mit den Anfängen des Blockflötenspiels im 14. Jahrhundert.   

Aber auch die älteste bekannte Flöte stammt aus Baden-Württemberg. Archäologen um Nicholas Conard von der Universität Tübingen haben die Flöte in der Höhle vom Hohle Fels entdeckt, etwa 20 Kilometer westlich von Ulm gelegen. Dieses sauber pentatonisch gestimmte Instrument wurde aus einem Flügelknochen eines Gänsegeiers hergestellt und ist ca. 35.000 Jahre alt. 



   In der Sammlung des fürstlichen Residenzschlosses Sigmaringen (Hohenzollernschloss), befindet sich einer der ältesten Blockflöten die als Consortinstrument gebaut wurde. Es handelt sich um eine Blockflöte von Claude Rafi – ein Mitglied der berühmten Flötenbauerfamilie aus Lyon. Welche Musik auf diesen Instrumenten aus der ersten Hälfte des 16.Jahrhunderts bei den Fürsten in Baden-Württemberg gespielt wurde ist noch unbekannt.


Musiker in Karlsruhe

Molter und Bodinus
Sebastian Bodinus wurde am 15. Juli 1718 als Musicus und Laquay am Hof des Markgrafen Carl III. Wilhelm von Baden-Durlach angestellt. als Oboist. Als Violinspieler wurde er zum Hof-Musikus ernannt. Zusammen mit ihm wurde Johann Melchior Molter als Kapellmeister in Karlsruhe angestellt.
Von 1724 bis 1728 war Bodinus Cammer-Musicus am Hof Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg in Stuttgart und wurde dort zum Premier Violinist (Konzertmeister) befördert.
Am 24. März 1728 wurde er wieder als Mitglied der Markgräflich Badischen Hofkapelle in Karlsruhe angestellt und am 20. Juli zum Konzert-Meister ernannt.
1733 wurde die Hofkapelle aufgelöst. Markgraf Carl Wilhelm floh infolge des Ausbruchs des Polnischen Thronfolgekrieges ins Exil nach Basel. Bodinus fand eine Anstellung in Darmstadt.
Am 8. Oktober 1736 wurde er wieder als Konzertmeister in Karlsruhe angenommen. Der ehemalige Kapellmeister Molter war 1733 an den Hof von Sachsen-Eisenach entlassen worden und kehrte erst 1742 nach Karlsruhe zurück.
Nach dem Tod des Markgrafen Carl Wilhelm im Mai 1738 wurde wiederum die Hofkapelle reduziert; Bodinus wurde am 16. Oktober 1738 entlassen.
Am 23. Mai 1747 stellte Markgraf Carl Friedrich Bodinus wieder als Cammer Musicum und premier Violinist am Hoforchester ein.
Er starb am 19. März 1759 im Pforzheimer Tollhaus.

Sebastian BODINUS (c1700-c1760)
aus: Musicalische Divertissements, Part VI
Sonata I für Violine, Blockflöte, Traversflöte und BC in D Dur

Karlsruher Musikhandschriften

In der Badische Landesbibliothek befindet sich eine bedeutende Sammlung von Musikhandschriften des 18. Jahrhunderts.

Bei den mehr als 1.000 Musikmanuskripten handelt es sich um den Rest der Musikalien, die am Karlsruher Hof in markgräflicher Zeit Verwendung fanden. Mit etwa 400 Handschriften bildet der Nachlass des badischen Hofkapellmeisters Johann Melchior Molter (1696-1765) den größten zusammenhängenden Bestand, die übrigen Handschriften setzen sich zum größten Teil aus Werken deutscher, italienischer und französischer Komponisten aus der Zeit von etwa 1730 bis 1780 zusammen. In vielen Fällen handelt es sich um Unikate, das heißt um Kompositionen, die in Karlsruhe singulär überliefert sind.

Für weiter Informationen schaue unter
http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/besondere-bestaende/musik/musikhandschriften.php



Erweiterung folgt.....


   

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